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Haltungshilfe allgemein, bereitgestellt von Ihrem MyAnts Team

Grundlegendes der Ameisenhaltung:


1. Becken u. Bodensubstrate
1.2 Ausbruchsschutz
2. Futter / Futtermittel / alles über Futtertiere
3. Wasser / Wasserbedarf / Zuckerbedarf
4. Häufigste Todesursachen für Ameisen
5. Beheizung u. Luftfeuchtigkeit für Ameisen
- Weitere wichtige Punkte

1. Das Becken und Bodensubstrate
Muss je nach Ameisenart angepasst werden. Für die meisten Arten reicht ein flaches Becken/ Behältnis als Nestplatz ein einfaches Erdnest oder ein Nest aus Ytong Stein. Am natürlichsten für fast alle Ameisen sind Erdnester.
Sehr wichtig ist es in geschlossenen Becken/Behältnissen eine Luftzirkulation zu ermöglichen! Dazu einfach größere Öffnungen anbringen.

  • Verwenden Sie keine Erde aus dem Blumenfachhandel oder Baumarkt. Erde im Handel ist oft mit Dünger und Pflanzenschutzmitteln belastet. In jedem Shop sollte immer die genaue Herkunft erkennbar sein. Auch der Vermerk, dass diese Erde tiergerecht hergestellt wurde, ist wichtig.
  • Verwenden Sie auch kein gespritztes/behandeltes Holz oder andere Baustoffe aus dem Fachhandel.
  • Erde aus dem Garten nicht wie oft in Foren empfohlen in den Ofen stecken. Diese schimmelt nur da wichtige Bakterien abgetötet werden. Gartenerde ist für die Tiere völlig ungefährlich und nicht von parasitären Milben belastet.

  • Als universelle Erde für fast alle Ameisenarten empfehlen wir Terrano Forest Erde (oder aber eine extrem saugstarke Erde) gemischt mit Kokos Chips. Diese Mischung hält längerfristig Feuchtigkeit. Wer es jetzt noch perfekt machen will setzt noch Springschwänze und weiße Asseln dazu. Diese Kombination der Nützlinge sorgt zuverlässig für eine schimmel- und milbenfreie Haltung der Ameisen.

    1.2. Ausbruchsschutz
    Talkum (ein Puder welches man vom Sport kennt) kann man leicht mit der Hand oder einem Pinsel 2-5cm dick am oberen Rand trocken auftragen. Selbst an Kabeln hilft es die Ameisen am Ausbrechen zu hindern.
  • Verwenden Sie keine Öle wie PTFE oder andere Öle. Diese helfen nur bei wenigen Ameisen. Oft krabbeln sie einfach darüber oder sie legen einfach Erdbrocken auf das Öl. Beim Putzen der Beine streichen die Ameisen ihre Beine durch die Mandibeln. Somit schadet es der Gesundheit der Tiere!

  • Die Luftlöcher mit Gaze (sehr feiner Edelstahldraht mit 0,55mm Durchmesser) absichern. Ungebetene Gäste wie kleine Obstfliegen hält man so auch gut fern.

    2. Futter/ Futtermittel
    Für kleinere Mengen kann man Futtermittel selber im Garten oder auf Wiesen/Wälder auftreiben und einfach einfrieren. Schokoschaben haben sich hier als nahezu perfekt erwiesen. Sie haben keinen Panzer und sind sehr weiche Futtertiere mit einem hohen Nährstoffgehalt. Sie sind extrem Preis günstig. *** Wichtig: Schokoschaben und Argentinische Schaben werden im Haushalt nicht invasiv (= überleben und sich weiter vermehren).
    Futter Jellys können auch verfüttert werden. Wir warnen jedoch eindringlich vor chinesischen Jellys da man hier kaum für die Inhaltsstoffe garantieren kann. Greifen Sie auf Händler zurück die diese am besten selbst produzieren.

    Futtertiere nicht mit heißem Wasser überkochen/abbrühen. Diese werden kaum noch angenommen. Andere Futtertiere wie Mehlwürmer, Zophobas usw. werden nicht benötigt, können aber gerne auch verabreicht werden.

  • Wir empfehlen die Futtertiere einzufrieren um nur benötigte Mengen über lange Zeit zu entnehmen. Diese tauen sehr schnell auf und können direkt in das Becken der Tiere gelegt werden.

  • Fazit: Ameisen brauchen Kohlenhydrate und Protein (Eiweiß). Im Jelly ist alles enthalten. Doch die natürliche Fütterung ist von Vorteil. Es ist nicht bekannt und eher umstritten, dass diverse Vitamine von Ameisen aufgenommen werden können.

  • 3. Wasser / Wasserbedarf / Zuckerbedarf
    Wasserquellen von z.B. Vogeltränken sind dauerhaft wichtig.
    Wir empfehlen mindestens 2 Tränken. Eine für Wasser, die immer vorhanden sein muss und eine weitere für Zuckerwasser. Honig kann auch beigemischt werden. Wir empfehlen in 1L Wasser mindestens 80% Zucker zu mischen.
  • Zuckerwasser wenn möglich nur alle 2-3 Wochen verabreichen. Die Tiere benötigen nicht viele Kohlenhydrate. Durch das Zuckerwasser wird wichtiges Eiweiß oft etwas vernachlässigt.
  • Am Eingang der Tränke sollte eine Stahlwolle eingeklemmt werden. Schaumstoff trocknet dafür z.B. zu schnell bei Zuckerwasser ein. Ohne diese Absicherung kann es Ameisen in die Tränke ziehen die anschließend ertrinken.

  • 4. Häufigste Todesursachen für Ameisen
    - Ständiges Belästigen der Tiere durch zu große Neugier. Passiert bei fast allen Anfängern. Die Tiere, vor allem die dringend benötigte Königin, sind oft stressanfälliger als so mancher denkt.
    - Zu stickige Luft im Behältnis (löst auch Schimmel aus was zum schnellen Tod der Tiere führt)
    - Wassermangel führt oft in kurzer Zeit zum Tod der ganzen Kolonie.
    - Überfeuchtung der Neststelle (sorgt für Schimmel und somit für diverse schädliche Bakterien die man oft nicht sieht)
    - Unwohlgefühl, bei Arten wie Formica fusca können größere Kolonien schnell sterben, wenn sie sich im Behälter nicht wohl fühlen. Oft reicht es hier die Neststelle natürlicher herzurichten. An Licht im Ytong Stein erst gewöhnen lassen, mit Moos und etwas Erde in Ytong Steinen oder anderen künstlichen Nestern arbeiten.
    - Temperaturschwankungen, bei tropischen Arten sollte die Temperatur nicht längerfristig unter 22 Grad liegen
    - Baumaterialien, hier bitte bei Arten die vor allem gern im Holz leben und auch oft befeuchtet werden aufpassen, dass das Holz aus dem Baumarkt oder anderen Läden nicht mit Pestiziden behandelt wurde.
    - Eigene Ameisensäure, bei Arten wie Camponotus oder Raptiformica ist diese sehr gefährlich. Nie Futtertiere in die Nähe der Nester lassen. Sollten diese in das oft kleinere Nest rennen und dort angegriffen werden spritzen die Tiere in diesem engen Raum mit Ameisensäure um sich. Auch in Reagenzgläsern kann es bei Fütterung mit lebenden Futtertieren passieren.

    5. Beheizung u. Luftfeuchtigkeit für Ameisen
    Verwenden Sie Heizmatten, Heizkabel, Heizlampen oder Heizsteine. Es gibt viele Möglichkeiten die Temperatur zu halten.
  • Selbst bei einheimischen empfiehlt sich eine Wärmequelle. Die Brut sollte zum Teil über 25 Grad haben um eine schnelle Entwicklung der Kolonie zu fördern.
    Wenn etwas im Becken angebracht wird einfach am Kabel nach außen hin Talkum anbringen. Heizmatten können oft sehr gut von außen befestigt werden. Die Luftfeuchtigkeit spielt nur bei wenigen Arten eine Rolle. Hier die Beschreibung der Artikel beachten. Viele tropische Arten benötigen keine besondere Luftfeuchtigkeit wie in ihrer Heimat. Wichtig ist dies vor allem für Arten wie Atta, Acromyrmex, Oecophylla. Man benötigt hier keine besondere Befeuchtungsanlage. Es reicht den Deckel zu 95% geschlossen zu halten. Bei Pilzzüchtern muss die Öffnung an die Größe des Pilzes angepasst werden. Je größer der Pilz desto größer muss die Beckenöffnung gehalten sein.

    Hier noch einige weitere wichtige Punkte:
  • Probleme mit Milben?
  • Futtermilben befinden sich oft zahlreich im Becken. Hier die Feuchtigkeit stark senken und viel mit weißen Asseln u. Springschwänzen in Kombination arbeiten. Futtermilben setzen sich auch gern auf den Ameisen ab. Dies stellt keine größere Gefahr dar. Auch viele andere nicht unbedingt parasitäre Milben sitzen gerne fest direkt auf den Ameisen. Bei anhaltenden Problemen trotz komplett trockener Haltung kann dann nur noch mit weißen Asseln gearbeitet werden, Springschwänze würden die Trockenheit nicht überleben. Allerdings verschwinden bei der komplett trockenen Methode die Milben sehr schnell.

  • Vertragen meine Tiere im Nest Tageslicht und kann man die Tiere sehr steril z.B. in einem Ytong ohne alles halten?
  • Ameisen sollten nach und nach an das Licht gewöhnt werden. Daher anfangs den Nestbereich abdunkeln. Nach einigen Tagen kann hier immer etwas mehr Licht zugelassen werden. Die sterile Haltung ist nicht bei allen Arten möglich. Um die Tiere an das Nest zu gewöhnen sollten anfangs z.B. Ytong Steine mit etwas Erde gefüllt werden. Auch in der Arena und in anderen Bereichen für einen kleinen Bodengrund sorgen.

  • Ameisen fressen manchmal wenig und graben das Futter ein.
  • Viele Ameisenarten benötigen anfangs nicht viel Eiweiß/Futtertiere. Dies hängt von vorhandener Brutmenge und der Koloniegröße ab. Gerne graben sie das Futter auch ein um es so vor der Konkurrenz zu verstecken.

  • Kann ich lebende Futtertiere verfüttern?
  • Hier bitte sehr vorsichtig in der Nähe des Ameisenbaus agieren. Nicht selten verirren sich die Futtertiere ins Nest der Ameisen. Durch die Ameisensäure (in engen Räumen) kann es zum schnellen Tod der Königin kommen.


    Sollten Sie die hier genannten Punkte beachten steht der sicheren Haltung gar nichts mehr im Weg. Wir greifen auf jahrelange Erfahrung zurück. Bitte beachten Sie auch immer die Shop Beschreibung. Sollte die Haltung von der Norm abweichen Informieren wir sie dort.

    Unten noch ein Hinweis zu Futterhilfe/- Infos.



    Ihr MyAnts Team

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